Die
Bengalkatze ist eine relativ junge Katzenrasse. Erstmals gezüchtet wurden ihre Vorfahren in den sechziger und siebziger
Jahren, als man herausfand dass es möglich war Hauskatzen
mit der exotischen asiatischen Leopardkatze Felis bengalensis zu
kreuzen.
Sind exotische Wildkatzen zähmbar?
Eine Wildkatze gehört in die freie Natur. In Gefangenschaft
kann und darf sie nach europäischem Artenschutzrecht allenfalls
unter Bedingungen wie in einem zoologischen Garten gehalten werden.
Hierfür gibt es in Deutschland und EU-weit klar gesetzlich
vorgeschriebene Bestimmungen. Eine Wildkatze wird nie zu allen
Menschen zahm
sein und auch
ihrem vertrauten Menschen gegenüber nicht auf Dauer bleiben.
Mit der Geschlechtsreife, also etwa im Alter ab 1 Jahr werden
sie charakterlich
unberechenbar. Auch stubenrein bleiben Wildkatzen nicht. Ihr
Instinkt verlangt das Revier durch Absetzen von Kot und Urin
zu markieren.
Dies tun auch die weiblichen Tiere. Dieser Instinkt kann selbst
durch Kastration nicht überlistet werden. Exotische Wildkatzen
gehören also nur in die Hände von Fachleuten, welche
bereit sind die Nachteile wie Raubtiergeruch und das arttypische
Verhalten wilder Raubkatzen in Kauf zu nehmen. Ihre Haltung ist
demnach dauerhaft gleichermaßen kostspielig und aufwändig.
Als Schmusekatze leisten Sie sich besser eine seit mindestens
4 Generationen reinrassig ohne Wildeinkreuzung gezüchtete Felis
catus „Bengal“. Sie tragen sinnvoll zum Artenschutz
bei, wenn Sie auf die Haltung exotischer Wildkatzen verzichten.
Zu Ihrer Wissenserweiterung bieten wir Ihnen in unserem Kapitel
über Wildkatzen und Wildkatzenhybriden weitere
Informationen zur artgerechten Haltung von diesen heiklen und
anspruchsvollen Wildtieren
und zur diesbezüglichen Gesetzeslage in Deutschland als auch
EU-weit. Zur Haltung von Rassebengalkatzen und anderen
Haus- und Rassekatzen empfehlen wir Ihnen unsere ausführlichen
Seiten zur artgerechten Katzenhaltung.
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Züchter
wie Jean Mill aus Kalifornien
haben viel Zeit und Mühe investiert, um die heutigen Vertreter der Bengalen
zu dem zu machen, was sie sind: echte Hausgenossen
mit einerseits allen Attributen unserer Hauskatzen wie freundlichem
Wesen und Stubenreinheit, andererseits mit dem optischen Reiz
einer exotischen Wildkatze und einer der Leopardkatze ähnlichen
Tupfen- bzw. Pardelzeichnung. |
Die
Bengal ist die einzige Rassekatze mit
dieser mehrfarbigen Tüpfelung, andere getupfte Katzenrassen
haben grundsätzlich einfarbige z.B. schwarze oder braune Tupfen. Die offizielle
Bezeichnung für diese Farbe ist „Black Spotted“ oder „Brown
Spotted“, was soviel bedeutet wie schwarz getupft bzw. braun getupft.
Diese Farbvariante, ob nun schwarz oder braun - gemeint ist dieselbe
Farbe! - ist die häufigste bei Bengalkatzen gezüchtete Farbe. Äußerlich
gibt es hier noch sehr unterschiedliche Exemplare, manche haben eine ganz warme
orangebraune Farbe, andere wirken hell beigegrau. Auch die Tupfen können
von milchschokoladenbraun über moccabraun bis hin zu pechschwarz sein.
All dies ist nach dem Rassestandard zulässig.
Des Weiteren gibt
es noch die Bezeichnung Marble, auf Deutsch Marmor.
Diese Farbe erklärt
sich von selbst, diese Exemplare zeigen eine rostrote, schwarz umrandete
marmorierte Zeichnung auf hellerer Grundfarbe. Marble Bengalen
sind meist wunderschön
gezeichnet und immer Unikate. Keine sieht gleich aus wie die
andere. Diese Farbe ist wesentlich seltener.
Es gibt weiterhin die so genannten Snows, gedacht ist hier an kältere
Farben wie z.B. beim Schneeleopard. Entstanden ist diese Farbvariante durch früheres
Einkreuzen von Siam- bzw. Burmakatzen. Snows gibt es ebenfalls getupft und marmoriert.
Snows sind sehr selten, da es viele Züchter gibt welchen selbst die schwarz
getupften am Besten gefallen. Letztere sehen eben den exotisch getupften Wildkatzen
am Ähnlichsten.
In den letzten Jahren haben auch die silberfarbenen Bengalen an Bedeutung
gewonnen. Auch diese gibt es in beiden Zeichnungsvarianten, getupft und marmoriert.
Silberne sind sehr selten, weil die schwarz getupften insgesamt wohl den höchsten
Beliebtheitsgrad unter den meisten Züchtern und Liebhabern besitzen.
Wesen und Verhalten der Bengalkatze
Die Bengal ähnelt vom Wesen her stark der typischen Feld, Wald und Wiesen
Hauskatze. Das heißt es hängt extrem stark vom Besitzer und natürlich
zuvor vom Züchter ab, wie anhänglich Bengalkatzen werden. Sie verlangen
viel Beschäftigung und Zuwendung, wenn man eine anhängliche Schmusekatze
haben möchte. Vernachlässigt man die Schmusezeiten, dann beschäftigt
sich eine Bengalkatze eben mit sich selber oder mit Katzenkollegen, mit allem
vorhandenen Spielzeug, bei entsprechender Langeweile evtl. auch mit Möbeln,
Gardinen oder Zimmerpflanzen. Spielen Sie viel mit Ihrer Bengalkatze!!! Sie liebt
es „Sport zu treiben“, z.B. mit einer „Katzenangel“ Fangen
zu spielen. Bengalen „sprechen“ gerne, vor allem im ganz jungen Alter;
werden sie erwachsener, dann lässt auch der Spaß daran für sie
nach und die Stimme wird immer weniger eingesetzt. Bengalkatzen sind sehr sozial
veranlagt und ihrerseits prima verträglich mit anderen Katzenrassen, sofern
man sie im angemessenen Alter vom Tierarzt kastrieren lässt. Bengalkatzen
verlangen einen großen Katzenkratzbaum oder andere Klettermöglichkeiten
und sind bestens zur reinen Wohnungshaltung geeignet. Und noch eins: Sie lieben
Wasser! Tropfende Wasserhähne, laufende Duschen und gefüllte Badewannen
oder auch mal der Wassernapf gehören für viele Bengalen zum Lieblingsspielzeug.
Decken Sie Ihr Aquarium stabil ab!
Pflege
Besonders pflegeaufwändig sind Bengalkatzen nicht. Sie lecken sich ihr
Fell im Allgemeinen selbst sauber. Trotzdem schadet es nicht, sie daran zu
gewöhnen
und mit einer Bürste zu „streicheln“; sie danken es Ihnen
mit Zuneigung, und wenn ihre Katze einmal ins Greisenalter kommt, ist dann
wie bei
allen Haus- und Rassekatzen ein bißchen mehr Streicheln mit der Bürste
sinnvoll, um das dichte Haar zu pflegen. Ihr ganz großer Vorteil gegenüber
exotischen Wildkatzen und Wildkatzenhybriden ist, dass sie ihr Leben lang
stubenrein und menschbezogen bleibt.
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